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Maid Trailer Netflix

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Das Wort “düster” wird heutzutage viel zu oft verwendet. Es wird verwendet, um Superheldenfilme zu beschreiben, die im Schatten gedreht werden, Kriminalfilme mit viel Blut und sogar Teenager-Dramen, die mit s** überladen sind. Die neue Netflix-Serie “Maid” fühlt sich jedoch wirklich düster an. Sie ist voller Superschnitte von Margaret Qualleys t**elfigur Alex, die den Dreck aus Badewannen schrubbt, mit Windex den Schmutz von Fenstern wischt und sich sogar beim Anblick der Albträume in den Häusern, die sie putzt, übergibt. Der Dreck ist physisch unter ihren Fingernägeln zu spüren und füllt im übertragenen Sinne jedes Bild.

Maid ist alles andere als ein eskapistischer Spaß, sondern ein schonungsloser Blick auf die Art und Weise, wie die Gesellschaft Menschen in Armut gefangen hält. Es ist eine erschütternde Untersuchung der Art und Weise, wie das Trauma der Generationen wie eine Hydra immer wieder im Leben der Menschen auftaucht und die Kinder dazu zwingt, die Fehler ihrer eigenen Eltern zu wiederholen. Vor allem aber ist Maid ein schwieriger, aber notwendiger Blick auf die Armut in Amerika.

Die Netflix-Serie Maid basiert auf den gleichnamigen Memoiren von Stephanie Land, einem Bestseller. Wie Margaret Qualleys Alex war auch Land eine aufstrebende Schriftstellerin, die Hausmädchen wurde, um sich und ihr kleines Kind Story zu ernähren. Es war ein zermürbendes Leben, das ihr einen hautnahen und persönlichen Blick auf die groteske Realität der Armut im modernen Amerika und die bittere Leere des scheinbar perfekten Lebens ihrer reichen Gönner ermöglichte. Land arbeitete sich durch die Kraft ihrer brillanten Schriftstellerei aus dem Hausdienst heraus. Die meisten haben jedoch nicht so viel Glück. Und Netflix’s Maid greift diesen Horror mit brutaler Offenheit an.

Obwohl Maid von der alltäglichen Notlage einer alleinerziehenden Mutter handelt, die für ihren Lebensunterhalt Häuser putzt, konzentriert sich die Serie viel mehr auf die heimtückische Natur des Generationentraumas. Nachdem ihr emotional missbrauchender Freund Sean (Nick Robinson) ein Loch in die Wand geschlagen hat, beschließt Alex, ihren Wohnwagen mit ihrer engelsgleichen zweijährigen Tochter Maddie (Rylea Nevaeh Whittet) im Schlepptau zu verlassen. Das Problem ist nur, dass sie nicht weiß, wohin sie gehen soll. Alex’ Mutter Paula (gespielt von Qualleys leiblicher Mutter Andie MacDowell) ist flatterhaft und egoistisch. Ihre Freunde sind alle loyal zu Sean. Alex hat keine Ersparnisse, keinen Lebenslauf und eine verlorene Chance auf dem College, die sie ihrer Meinung nach vertan hat. Der erste und einzige Job, den sie bekommen kann, ist ein Job als Hausmädchen. Die Frage, die sich Alex an einer Stelle laut stellt, lautet: Wie ist sie hierher gekommen? Laut Maid ist die Antwort eine grausame Mischung aus Generationentrauma und einem kaputten Gesellschaftssystem.

Alex’ Ex Sean ist nicht der eindimensionale Bösewicht, den man in Geschichten über häusliche Gewalt findet. Er liebt sie und Maddie wirklich und kämpft mit seinem eigenen Trauma. Er wurde als Kind von einem Süchtigen missbraucht und kämpft nun selbst mit seiner Alkoholsucht. Auch Alex erfährt in der Mitte der Staffel, dass sie ihrem Vater nicht nahe steht, weil er als junger, wütender Alkoholiker ihre Mutter missbraucht hat. So sehr Sean und Alex auch beteuern, dass sie sich bei Maddie bessern wollen, fallen sie doch immer wieder in die Muster zurück, die ihnen beigebracht wurden. Verletzen ist wichtig? Wann immer sie stolpern, gibt es keinen einfachen Weg, wieder aufzustehen.

Maid zeigt auf beeindruckende Weise, wie Schulden, Schande und Bürokratie die Armen in Amerika verfolgen. Alex wird zeitweise von einer immer kleiner werdenden Übersicht über ihre Finanzen verfolgt. Während sie dringend benötigte Hilfsformulare ausfüllt, verwandeln sich die Worte in Beleidigungen über Menschen, die Sozialhilfe beziehen. Was logisch und vernünftig erscheint – dass es Alex erlaubt sein sollte, ihr Kind aus einer gefährlichen Situation zu befreien – wird durch sadistische Gesetze und bürokratischen Unsinn in Frage gestellt.

Wenn “Maid” wie ein düsteres Machwerk klingt, dann ist es das auch; aber es ist auch keins. Die Serie wird durch das allgegenwärtige Versprechen der Hoffnung aufgeheitert. (Immerhin hat sich die Autorin der Memoiren, die die Serie inspiriert haben, aus der Armut herausgearbeitet und ist heute eine Bestsellerautorin.) Die Serie wird jedoch immer wieder durch die Kraft von Alex’ Liebe zu ihrer Tochter aus der Verzweiflung gerissen. Ihre Bindung wirkt nicht nur real, sondern auch transzendent.

Darüber hinaus bietet Maid eine großartige Leistung der Hauptdarstellerin, Margaret Qualley. Die Tänzerin und Schauspielerin ist vielleicht am besten für ihre Rolle als Charles Mansons betörendste Hippie-Anhängerin in Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood… bekannt, aber in Maid katapultiert sich Qualley offiziell in die gleiche Liga wie Anya Taylor-Joy und Florence Pugh. Sie ist fesselnd, intelligent, schrullig, komisch und vielleicht die einzige Person, die alle zehn Stunden von Alex’ turbulenter Reise hätte verkaufen können.

Maid ist weder ein gemütliches Wochenendvergnügen noch ein knisternder Krimi. Trotzdem sollte man sich die Serie unbedingt auf Netflix ansehen. Die Serie erzählt eine eindringliche, aber letztlich inspirierende, menschliche Geschichte und bietet eine herausragende Leistung von Margaret Qualley. Sie könnte auch Ihre Sichtweise auf die Armut verändern. Niemand hat es verdient, in der Situation gefangen zu sein, in der sich Alex befindet, und doch geht es so vielen Menschen auf der ganzen Welt so.

Quellen: Youtube, Netflix

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