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5 Jahre Free Guy: Wie ein NPC zum Kino-Helden wurde

5 Jahre Free Guy: Wie ein NPC zum Kino-Helden wurde

Portrait von Tom RichterTom RichterAktualisiert

Am 11. August 2021 machte Ryan Reynolds eine blaue Videospiel-Hintergrundfigur zum Star — und traf einen Nerv, den keiner erwartet hatte.

Ein Kassierer, der zu oft überfallen wurde

Guy trägt jeden Tag das gleiche blaue Hemd. Seine Bank wird täglich ausgeraubt, und er lächelt trotzdem weiter — bis er eine Sonnenbrille aufsetzt und plötzlich merkt, dass sein Leben ein Open-World-Ballerspiel namens Free City ist. Diese eine Erkenntnis trägt den ganzen Film, und Ryan Reynolds spielt sie mit genau der naiven Freundlichkeit, die man ihm sonst selten erlaubt.

Shawn Levy (der später "Deadpool & Wolverine" drehte) inszeniert das als schnelle, freundliche Komödie ohne Zynismus. Guy will kein Held sein. Er will bloß nicht mehr Statist im eigenen Leben sein. Klingt simpel. Funktioniert erstaunlich gut.

Der Trick mit den Cameos

Wer 2021 im Kino saß, kennt die Szene: Guy schwingt ein Lichtschwert, ruft Captain Americas Schild herbei, und plötzlich brüllt Chris Evans aus dem Off. Disney hatte kurz zuvor 20th Century Fox geschluckt, und Levy nutzt das für einen Easter-Egg-Regen, der ohne diesen Deal nie durch die Rechteabteilung gekommen wäre. Ein Continuity-Witz auf Konzern-Ebene, ehrlich gesagt.

Jodie Comer spielt doppelt: als Programmiererin Millie und als deren Spielfigur Molotov Girl. Comer war damals frisch aus "Killing Eve" bekannt, und sie hält die beiden Ebenen sauber auseinander. Lil Rel Howery gibt Guys besten Freund Buddy, den treuesten NPC von allen. Kleine Rolle, große Wirkung.

Wie er heute dasteht

Über zehntausend Rückmeldungen ergeben eine solide 7,4 — weit über dem, was ein Sommer-Blockbuster über Videospiele normalerweise einsammelt. Free Guy kam ohne Comic-Vorlage, ohne Sequel-Pflicht, ohne Franchise-Rucksack ins Kino. Ein Original. Sowas wird selten.

Reynolds und Levy kündigten schnell einen zweiten Teil an, der bis heute nicht existiert. Vielleicht besser so. Die Origin-Story eines Bank-NPC, der beschließt, kein Hintergrund mehr sein zu wollen, braucht keine Phase 2. Das Leben ist zu kurz, stand auf dem Plakat. Der Film hat sich daran gehalten.

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