Lucy Liu, ein Haus, ein Geist: Soderberghs „Presence“
Steven Soderbergh dreht mit „Presence“ das Haunted-House-Genre um. Die Kamera ist der Geist, der eine Familie und die trauernde Chloe beobachtet.
Der Geist hält die Kamera: Soderberghs verdrehtes Haunted House
Ein Haus, noch bevor die ersten Kartons drinnen sind. Etwas ist da. Hier gibt es kein klassisches Geistergeheul von Steven Soderbergh: Türen schlagen nicht, und Streicher sucht man vergeblich. Stattdessen wird die Kamera zum Geist.
Der Trailer - lange, ununterbrochene Schwenks durch leere Zimmer. Es gibt kein Schnittmassaker, keinen Schrecken auf Montagen. Die Präsenz mustert und gleitet durch Korridore, nähert sich zögernd Callina Liang alias Chloe aus der Ecke ihres Raumes. Chloe, die den Tod ihrer Freundin betrauert, einfach traurig in ihrem Schmerz. Ihr gilt die besondere Aufmerksamkeit des Unsichtbaren. Eine bewusste Verschiebung.
Chloe und das Elternpaar: Wer im Haus wohnt
Das Elternpaar - Lucy Liu und Chris Sullivan, streitend in der Küche. Eine Szene aus dem Trailer. Alltag, nichts Aufregendes. Unbemerkt von dem Ungebetenen wird dieser Moment allgegenwärtig beobachtet. Und der Clou: Der Zuschauer wird zum Geist, sieht intime und unschöne Momente dieser Familie, die glaubt, allein zu sein. Zudem gibt es da noch Eddy Maday, West Mulholland und Julia Fox in ihren Nebenrollen.
Koepp am Buch, ein Haus als ganzer Schauplatz
David Koepp - Drehbuch, auch Produktion. Der Mann hat ein Gespür für enge Räume und leise Bedrohung. Hier spielt alles in diesem Haus. Es ist fast ein Kammerspiel, und das alles allein aus der Perspektive des Unsichtbaren. Aber genau hier liegt das Problem.
Was der Trailer bietet, ist Nähe statt nackter Angst. Diese Präsenz bleibt keine stumme Zeugin; sie verfolgt ein Ziel. So lässt er es anklingen. Ja, sie erreicht es. Doch ob das Format über 85 Minuten trägt, und ob die kreative Ausgangsidee nicht irgendwann ihren eigenen Charme erstickt — das fragt der Clip nicht.
In den USA schon gelaufen, hier über capelight
Der 17. Januar 2025, da lief er schon in den US-Kinos. Jetzt bringt Capelight Pictures ihn nach Deutschland. Ein Geisterfilm, der auf der ungleichen Seite des Bildschirmes spielt. Ist mehr als der übliche Grusel zu erwarten?
Was im Trailer zu sehen ist
Der Trailer gleitet in langen, ungeschnittenen Bewegungen durch leere Zimmer eines Hauses. Callina Liang als Chloe sitzt allein in ihrem Zimmer, die Kamera nähert sich ihr aus der Ecke. Lucy Liu und Chris Sullivan streiten in einer Küchen- und Wohnzimmerszene.
Was uns aufgefallen ist
Die langen, ungeschnittenen Kamerafahrten durch leere Zimmer verweigern den Genre-Reflex, Schnitte als Schockmomente einzusetzen. Statt aus sicherer Distanz klebt die Perspektive selbst am Raum, was den Streit zwischen Rebekah und Chris fast beklemmend nah wirken lässt. Callina Liang trägt als Chloe die stillen Momente, während die Kamera sich ihr aus der Ecke nähert, ohne Musik-Vorwarnung.
Was bisher bekannt ist
- Steven Soderbergh inszeniert den kompletten Film aus der Perspektive der unsichtbaren Präsenz.
- Die gesamte Handlung spielt in einem einzigen Haus; US-Kinostart war der 17. Januar 2025.
Presence (2025)
Film · Drama, Horror
Kinostart am 17.01.2025
Trailer bereitgestellt von capelight pictures