Erster Trailer: Sandra Hüller reist durch zerbombtes Deutschland in „Vaterland" — ab Juni 2026
Sandra Hüller ermittelt in einem alternativen 1964, in dem Hitler-Deutschland den Krieg gewonnen hat. Der Zug rollt durch zerbombte Bahnhöfe, während ein Toter das Fundament des Reiches ins Wanken bringt. Neue Visionen bringt „Vaterland“ am 19. Juni 2026 in die Kinos.
Der Pole, der deutsche Ruinen ernst nimmt
Damals ein Meister von „Ida“ und „Cold War“ – Paweł Pawlikowski. Für ihn ist Nachkriegs-Europa keinesfalls eine nostalgische Postkarte. Eine bewusste Verschiebung der Perspektive. Zischler gibt ihm dafür eine beinahe versteinert wortkarge Darstellung. Das Umfeld? Landschaften, knochentrocken und glanzlos festgehalten — ohne Pathos, ohne Beschönigung.
Hüller als Erika: mehr als Begleitfigur
Sandra Hüller, nach „Anatomie eines Falls“ international gefragt, begleitet den Vater durch Bahnhöfe und Empfangskomitees. Im Trailer: Sie scheint mehr als nur das Anhängsel eines großen Namens. Übrigens, wie gewichtig ihre Rolle in Wirklichkeit ist — das bleibt dem endgültigen Film vorbehalten. Eine Überraschung, vielleicht?
Ein Ensemble, das die deutsche Kulturgeschichte durchbuchstabiert
August Diehl als Klaus Mann. Devid Striesow, der Johannes R. Becher zum Leben erweckt. Joachim Meyerhoff verkörpert Gustaf Gründgens. Enno Trebs, der Wieland Wagner interpretiert. Das erinnert mich an ein Panorama der Nachkriegs-Bühne. Namen, die gemeinsam ein beeindruckendes Mosaik belagerter Biografien bilden — quasi.
Prestige-Projekt mit Berger im Rücken
Edward Berger, der zuletzt mit „Im Westen nichts Neues“ oscargekrönt war, steht als Produzent hinter dem gesamten Projekt. Ein tatsächliches Prestige-Projekt, wenn man so will. Der Kinostart in Deutschland? 3. September 2026. Ein großes Zelt für das Arthouse-Publikum — und genau hier liegt das Problem, denn das ist kein Popcorn-Kino. Eine bewusste Entscheidung.
Was im Trailer zu sehen ist
Hanns Zischler als Thomas Mann steht vor Empfangskomitees in zerstörten Nachkriegsstädten. Sandra Hüller als Erika Mann begleitet den Vater durch Bahnhöfe und Empfangssäle. Der Trailer fängt Trümmerlandschaften und offizielle Festakte zum Goethe-Jubiläum ein.
Was uns aufgefallen ist
Der Trailer setzt Zischlers zurückgenommene Präsenz gegen die Betriebsamkeit der Empfangskomitees, was ein spürbares Reibungsmoment erzeugt. Zwischen Trümmerlandschaft und offiziellem Festakt-Pathos entsteht ein Tonfall-Wechsel, den das Schnitttempo eher betont als glättet. Hüller bleibt in den Bahnhofs- und Empfangssaal-Szenen auffällig beobachtend statt begleitend, ihre Reaktionen tragen mehr als die Reden.
Was bisher bekannt ist
- Der Film schildert Thomas Manns erste Rückkehr aus dem Exil ins zerstörte Deutschland zum Goethe-Jubiläum.
- Die Reise verläuft von Frankfurt in der amerikanischen Zone bis ins sowjetisch besetzte Weimar.
Vaterland (2026)
Film · Drama, Historie
Kinostart am 19.06.2026
Trailer bereitgestellt von Neue Visionen