„Oh Be A Fine Girl Kiss Me“ — 7 Minuten über eine wartende Seele
Alice dos Reis dreht einen 7-Minuten-Hybrid über eine Seele, die auf Reinkarnation wartet — 16mm trifft Smartphone.
Worum geht es in „Oh Be A Fine Girl Kiss Me“?
Damals: Eine Seele harrt auf eine neue Chance, ein weiteres Leben. Rückblickend sieht sie sich als Nonne im frühen 20. Jahrhundert, die im Vatikanischen Observatorium arbeitete. Erinnerungen? Ja, repetitive Berechnungsarbeit für das „Carte“ du Ciel.
— ein internationales Projekt, das den Nachthimmel kartieren sollte.
Der Titel? Eine astronomische Eselsbrücke: „Oh Be A Fine Girl Kiss Me“ steht für die Spektralklassen OBAFGKM — Kategorien, die Sterne nach ihrer Lichtfarbe ordnen.
Die Nonne trug damals den Titel „Computer“. Monotone Rechenarbeit. In der nächsten Inkarnation vielleicht? Möchte sie Programmiererin werden: Portugal in den 1990ern.
Es war eine Zeit des wirtschaftlichen Optimismus. Digitale Wende, Fortschritt — alles schien möglich.
Mir fällt auf, dass der Film reflektiert über Lebensentscheidungen, Zwänge und die Kategorien der Moderne.
Hintergrund
Alice dos Reis experimentiert mit einer Mischung aus 16mm-Film und Smartphone-Aufnahmen. Zwei Texturen und Geschwindigkeiten, die sich kontrastieren. Das körnige Filmmaterial erinnert an träumerische Erinnerungen, während die Smartphone-Videos die knisternde Gegenwart festhalten. Eine bewusste Verschiebung, der Schnitt trennt die Zeiten eindrucksvoll.
Der Film dauert nur 7 Minuten — ein Experimental-Essay. Es gibt keine narrative Architektur im klassischen Sinne. Dos Reis verzichtet auf Dialoge und vertraut vielmehr auf visuelle Kontraste.
Und übrigens: PLAION Pictures kümmert sich um den Verleih.
Start und Verfügbarkeit
Inzwischen hat der Film am 24. Mai 2026 beim Psarokokalo Festival Premiere gefeiert. Eine weitere Auswertung? Sie steht noch aus.
Was im Trailer zu sehen ist
Im Trailer sind 16mm-Filmbilder zu sehen — körnig, kontrastreich, keine digitale Glätte. Eine Szene zeigt nächtlichen Sternenhimmel, aufgenommen mit älterem Filmmaterial. Smartphone-Aufnahmen sind sichtbar — schärfere Kanten, schnellerer Schnitt, andere Textur als 16mm.
Was uns aufgefallen ist
Der Trailer wechselt hart zwischen körnigem 16mm-Material und Smartphone-Aufnahmen, ohne optische Angleichung – zwei Bildwelten kollidieren. Besonders der nächtliche Sternenhimmel wirkt wie aus analogem Archivmaterial, während die digitalen Passagen merklich schneller geschnitten sind.
Was bisher bekannt ist
- Alice dos Reis kombiniert 16mm-Filmkorn mit Smartphone-Material
- Historischer Anker: Die Nonne arbeitete am 'Carte du Ciel', internationales Projekt zur Kartierung des Nachthimmels
- In nächster Inkarnation will die Seele Programmiererin werden — Portugal der 1990er
- PLAION Pictures veröffentlicht, Festival-Premiere am 24. Mai 2026
Oh Be A Fine Girl Kiss Me (2026)
Film · Drama
Kinostart am 24.05.2026
Trailer bereitgestellt von PLAION Pictures