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5 Jahre Zack Snyder's Justice League: 242 Minuten Director's Cut

5 Jahre Zack Snyder's Justice League: 242 Minuten Director's Cut

Portrait von Tom RichterTom RichterAktualisiert

Am 18. März 2021 erschien die vier Stunden lange Snyder-Fassung — heute mit einer 8,1 in den Bewertungen eines der bestbenoteten DC-Projekte.

Eine zweite Chance, die niemand erwartet hatte

Vier Stunden. Genau 242 Minuten lief der Film, als er am 18. März 2021 auf HBO Max startete. Das ist keine Kinolänge, das ist ein Marathon — und Zack Snyder bestand darauf, dass es so sein musste.

Die Vorgeschichte kennt jeder Franchise-Fan: 2017 verließ Snyder das Projekt nach einem privaten Schicksalsschlag, Joss Whedon übernahm die Reshoots, und heraus kam eine zusammengeflickte Kinofassung, die kaum jemand mochte. Erstaunlich. Dass ein Fandom über Jahre #ReleaseTheSnyderCut trommelte, bis Warner tatsächlich nachgab — das hatte es so vorher nicht gegeben.

Snyder bekam sein Geld, seine Länge, sein 4:3-Bildformat. Kompromisslos.

Was die lange Fassung tatsächlich ändert

Steppenwolf sieht anders aus. Der Paradämonen-Boss bekam ein komplett neues Design, klobiger, bedrohlicher, weniger glatt als in der 2017er-Version. Und Cyborg (Ray Fisher), in der Kinofassung kaum mehr als Nebenfigur, rückt hier in die Mitte der Origin-Story — sein Strang trägt einen guten Teil der zweiten Hälfte.

Ben Affleck als müder Bruce Wayne, Gal Gadot als Diana Prince, Henry Cavill als zurückgekehrter Superman: Das Ensemble ist dasselbe, der Ton ein anderer. Snyder lässt sich Zeit für die Continuity, baut Verbindungen zu „Man of Steel" und „Batman v Superman", die Whedon rausgeschnitten hatte.

Wer auf Easter-Eggs aus ist, findet im Epilog einen Knochen — Jared Letos Joker, der Martian Manhunter, ein Albtraum-Ausblick auf eine Snyder-Era, die so nie kam. Ein Versprechen ohne Einlösung.

Wie der Film heute dasteht

Eine 8,1 in den Bewertungen, über zehntausend Rückmeldungen. Für ein DC-Projekt dieser Größe ist das raubeinig gut, deutlich über dem Schnitt der Konkurrenz-Blockbuster. Die langen Action-Blöcke, die Slow-Motion, das alles polarisiert bis heute.

James Gunn hat das DC-Universum inzwischen neu aufgestellt, die Snyder-Phase ist abgehakt. Cavill spielt keinen Superman mehr, Affleck hat den Umhang abgelegt. Vorbei.

Trotzdem bleibt diese Fassung ein seltener Fall: ein Film, den die Zuschauer sich erkämpft haben, gegen ein Studio, das ihn längst beerdigt glaubte. Ehrlich gesagt das interessanteste Kapitel der ganzen Snyder-Era — und es steht im Abspann, nicht im Plot.

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