Black Widow wird 5: Der Solofilm kam Jahre zu spät
Am 7. Juli 2021 startete Natasha Romanoffs eigener Film — Regie: Cate Shortland. Ein Rückblick auf ein verspätetes Solo-Debüt.
Ein Solofilm nach dem Tod
Natasha Romanoff war zu diesem Zeitpunkt schon tot. Vaporisiert in "Avengers: Endgame", zwei Jahre vor Kinostart. Der Film spielt zwischen "Civil War" und "Infinity War", ein Prequel im eigenen Grab.
Scarlett Johansson trug die Figur über zehn Jahre durch das MCU, meist als Sidekick, selten mit eigener Innenwelt. Das Solo-Debüt kam spät, sehr spät, und zwar nach dem Ausstieg der Figur aus dem laufenden Universum. Ein merkwürdiges Timing, das schon damals auffiel. Kein guter Marketing-Window für Emotion.
Florence Pugh stiehlt die Show
Rachel Weisz und David Harbour als Ersatzfamilie geben dem Ganzen eine osteuropäische Verrücktheit, die dem MCU sonst fehlt. Harbour als aufgeschwemmter Red Guardian, der von alten Ruhmestagen faselt. Weisz stoisch, kühl, undurchschaubar.
Der eigentliche Fund heißt Florence Pugh. Als Yelena Belova, Natashas Ziehschwester, spielt sie trocken gegen den ganzen Pathos an. Ihre Szenen tragen den Film. Marvel wusste das: Yelena tauchte danach in "Hawkeye" und "Thunderbolts" wieder auf. Die eigentliche Erbin, nicht die Titelfigur.
Wie er heute dasteht
Cate Shortland kam vom australischen Independent-Kino, nicht vom Franchise-Fließband. Man merkt es in den ruhigen Momenten, den Familiengesprächen am Küchentisch. Das dritte Akt-Finale (mit fallender Himmelsfestung) knickt dann doch ins Übliche ein.
Die Bewertungen liegen bei soliden 7 von 10, gestützt von über elftausend Rückmeldungen. Kein Ausreißer nach oben, kein Reinfall. Ein Achtungserfolg, der vor allem eine Nebenfigur startklar machte. Fünf Jahre später erinnert man sich eher an Pughs Auftritt als an das Solo im Titel. Sagt einiges.