5 Jahre Luca: Wie Pixars Riviera-Sommer leiser wurde
Am 17. Juni 2021 schickte Pixar zwei Seemonster nach Portorosso — ein Film, der bewusst kleiner dachte als seine Vorgänger.
Ein Sommer unter Wasser
Eiscreme, Pasta, eine geträumte Vespa. Enrico Casarosas Regiedebüt für Pixar setzt auf wenig Plot und viel ligurisches Licht. Luca (Stimme von Jacob Tremblay) und Alberto (Jack Dylan Grazer) sind Seemonster, die an Land Menschengestalt annehmen — und das ist im Grunde der ganze Trick.
Casarosa hatte das schon einmal angedeutet. Sein Kurzfilm "La Luna" lief 2012 im Oscar-Rennen, eine kleine, wortkarge Geschichte über drei Generationen am Meer. Hier dehnt er dieselbe Handschrift auf 95 Minuten. Kein Weltretten, kein Bösewicht mit Masterplan: nur ein Junge, ein Freund, ein Geheimnis am Strand.
Der Disney+-Start, der vieles veränderte
Geplant war ein Kinostart. Dann kam die Pandemie, und Disney schob den Film direkt auf den Streamingdienst — gratis für Abonnenten, ohne Aufpreis. Eine Entscheidung, die damals viel über die Verschiebung im Geschäft verriet.
Für ein Studio mit Pixars Stammbaum war das ein Bruch. "Luca" bekam keinen großen Awards-Saison-Push, keine breite Leinwand-Auswertung, kein Prestige-Vehikel mit roter-Teppich-Logik. Der Film verschwand fast lautlos in den Mediatheken. Schade eigentlich.
Wie er heute dasteht
Die Bewertungen liegen stabil bei einer starken 7,8, gestützt von mittlerweile fast neuntausend Rückmeldungen. Das ist solide, kein Ausreißer nach oben. Emma Berman als Giulia, das raubeinige Mädchen mit dem Fahrrad, blieb vielen im Kopf — ihr Pixar-Debüt, übrigens.
Was bleibt, ist die Leichtigkeit. Casarosa wollte kein Drama um Identität verhandeln, auch wenn manche Leser genau das hineinlasen. Er wollte einen italienischen Kindersommer. Drei Dinge tragen den Film heute noch: die Farben, das Tempo, die Stimmen. Wer Pixar nur als Tränendrücker-Maschine kennt, wird hier angenehm überrascht. Ein kleiner Film, der nie groß sein wollte.